Was versteht man unter Twitter?
Twitter ist ein 2006 gegründetes soziales Netzwerk und Internetblog, in dem, für jedermann weltweit einsehbar, Tagebuch geführt wird. Man kann sich das folgendermaßen vorstellen: Alle 6,7 Milliarden Menschen auf der Welt handeln und denken jeden Tag aufs Neue und möchten ihre Gedanken und gerade gemachten Erfahrungen mit anderen Menschen teilen - Jemandem in Italien ist gerade sein neues Motorrad kaputt gegangen, während gerade ein anderer in Japan seine große Liebe kennen lernt. Oder ein junger Mann aus Augsburg entwickelt mit seinem neu gegründeten Unternehmen eine neue Software und lädt zum Testen ein. All das kann spontan kommuniziert werden. Angemeldete Benutzer von Twitter können in Form vom sogenannten "Micro-Blogs" oder "Tweets", die auf 140 Zeichen begrenzt sind, zu den verschiedensten Themenbereichen (freundschaftlich, als auch beruflich und politisch- die politische Dimension von Twitter ist erst kürzlich bei den Protesten im Iran augenscheinlich geworden) austauschen oder einfach nur mitlesen. Für die Leser der Beitrage (die sog. Follower) besteht auch die Möglichkeit, sich die Beiträge über RSS-Feeds abbonnieren zu lassen! Auch Prominente wir Paris Hilton oder Brad Pitt sind dort vertreten und für viel ist es nun einmal für viele spannend, den Tag eines Promis live mitzuerleben.
Wie kann man Twitter zur Personalsuche und zum Recruting verwenden?
Der Blogging–Dienst Twitter bietet eine sehr große Anzahl an Möglichkeiten, auch die Recherche nach qualifiziertem Personal ist über diesen Dienst möglich. Die Benutzer von Twitter kommunizieren über alle Dinge, die sie tangieren – so auch über den Beruf und das Berufsleben. Menschen unterhalten sich eben auch sehr gerne untereinander über ihren Job und ihre beruflichen Ziele. Diesen Umstand können Personalverantwortliche nutzten, um geeignete und qualifizierte Kandidaten zu finden. Denn Twitter bietet über eine eigene Suchfunktion, die sog. Twittersuche, die Möglichkeit, alle Beiträge der Benutzer nach den für den Personaler relevanten Stichwörtern zu durchsuchen (z.B. Java, Softwareentwickler, etc.). Oft tauschen sich die potentiellen Kandidaten auch offen über ihre momentane berufliche Gegenwart und Zukunft aus - damit kann der Personaler wechselwillige Kandidaten identifizieren.
Ist dann der interessante, potentielle Kandidat identifiziert, kann der Personaler weitere, intensivere Recherchen über die Person vornehmen. Dies geschieht dann in der Regel über soziale Businessnetzwerke im Internet wie Xing oder Linkedin oer Personensuchmaschinen. Falls der Kandidat dann immer noch „passt“, kann er mit dem Kandidaten anhand der Option „Verfolgen“ per Telefon oder E-Mail Kontakt aufnehmen. Es besteht zudem die Möglichkeit der Kontaktaufnahme durch eine Kurzmitteilung (message), die aber aufgrund der Begrenzung auf 140 Zeichen kurz und bündig sein muss.
Des Weiteren kann der Personalverantwortliche bzw. das Unternehmen mit Hilfe von Stellenausschreibungen in Twitter aktiv qualifiziertes Personal suchen. Allerdings muss hierzu beachtet werden, dass eine schnelle Verbreitung der Stellenanzeige und somit auch eine entsprechende Anzahl an Bewerbern am besten mit einem intakten und großem Netzwerk zu bewerkstelligen ist. Von eine wahrem Bewerber-SPAM kann ausgegangen werden, das heisst, das suchende Unternehmen wird mit E-Mails geflutet. Allerdings kann die Stellenanzeige über Twitter auch über die Suchfunktion von Twitter gefunden werden.
Wie kann man am effektivsten Twitter durchsuchen?
Es existieren ein ganze Reihe von Suchmethoden bzw. Tools, mit denen der Personaler Twitter nach Kandidaten durchsuchen kann.
Das erste Tool, welches aktiv zur Personalsuche und zum Personalrecruting verwendet werden kann, ist die zur Zeit am häufigsten verwendete Twitter-Suchmaschine: search.twitter.com. Mit Hilfe dieser Suchmaschine lassen sich entweder durch die Standardsuche oder der erweiterten Suche passable Suchergebnisse erzielen. Zur Verfeinerung der Suchergebnisse können, wie bei den meisten Suchmaschinen, Boolesche Operatoren (AND, OR, NOT) zum Einsatz kommen. Leider sind die Suchergebnisse nicht nach Relevanz sortiert, sondern chronologisch und es werden nur Twitterergebnisse berücksichtigt. Jedoch können die Ergebnisse kombiniert werden und es ist möglich sich neue Suchergebnisse über RSS-Feeds abonnieren zu lassen.
Als zweites Werkzeug lässt sich mit der twitterinternen Jobsuchmaschine Jobtweet.de gezielt nach passenden Kandidaten Ausschau halten. Diese neue, bisher einzige weltweite interne Jobsuchmaschine für Twitter wurde erst kürzlich Mitte Juni 2009 als Reaktion auf die vermehrte Verwendung von Twitter als Jobsuche-Tool und Recruitment-Tool eingeführt. Von der technischen Seite betrachtet verwendet das neue Suchmodul mehrere Datenbanken, Suchmaschinen und eigene Filter und liefert bessere und genauere Ergebnisse als serach.twitter.com
Die dritte Möglichkeit zum Durchsuchen von Twitter nach geeigneten Kandidaten ist die populärste und am meisten verwendete Suchmaschine: Google. Über Google ist es problemlos möglich, Twitter gezielt nach den gewünschten Schlüsselwörtern zu durchsuchen. Vorteilhaft bei der Googlesuche ist zum einen, dass die Suche deutlich schneller und zum anderen exakter ist als bei search.twitter.com.
Fazit: Die aktive Personalsuche ist möglich, wenn auch die Ergebnisse daraus dürftig sind und viel Follow up Arbeit notwendig ist, um die Ergebnisse dann auch brauchbar zu "verifizieren". Hier sind soziale Netzwerke wie Xing oder Linkedin noch weit im Vorteil, weil der Informationsgehalt über die Personeinfach um ein Vielfaches größer ist.
Twitter ist eine Modenetzwerk und zum "Zwitschern", also verfassen von kurzen Nachrichten geeignet. Dabei sollte man es unserer Meinung im jetzigen Zustand auch belassen.
Richard Jelend – Pape Personalberatung Consulting Group Ag
